Alternative Garagenzufahrt

Bei der Online-Infoveranstaltung am 14.09.2021 wurde eine Zufahrt über die Breitenleer Straße aus folgenden Gründen ausgeschlossen – Auszug aus dem schriftlichen Protokoll:

„Welches Verkehrskonzept (mehr Busse, Ampel Zielgelhofstr. zu Rautenweg usw.) sind konkret geplant?“
„Grundsätzlich werden Garagen aus Sicht der Verkehrsplanung an Erschließungsstraßen (Ziegelhofstraße) angeschlossen und nicht an Hauptverkehrsstraßen (Breitenleer Straße), da sonst der fließende Verkehr durch Abbieger behindert wird, bzw. zusätzliche Flächen für Abbiegestreifen geschaffen werden müssen. In der Breitenleerstraße ist es auf Grund des bestehenden Linksabbiegestreifens zum Penny nicht möglich einen Abbiegestreifen zur Garage zu errichten. Dadurch wäre die südliche Garage nur aus Richtung Osten erreichbar, was zu großen Umwegfahrten führen würde.“

Quelle: https://www.wien.gv.at/pdf/ma21/am-rain-online-infostunde-september2021.pdf; 03/2025

1.) Auch bei einer Garagenausfahrt über “Am Rain” müssten die KFZ ohnedies über die Ziegelhofstraße zu den bereits überlasteten Hauptverkehrsstraßen (Breitenleer Straße und Rautenweg) ausfahren. Dieses Problem wird daher nur um 50 Meter weiter verschoben, aber nicht gelöst! Dass sehr wohl bei neuen Planungen in Wien Garagen auch direkt an Hauptverkehrsstraßen angebunden werden, zeigt das Beispiel “Village im Dritten”, wo direkt von der Abfahrt der Südosttangente (A23) zum Gürtel (B221) letztes Jahr (2024) eine Ampelanlage samt neuem Linksabbiegestreifen für die Zufahrt zur Garage errichtet wurde. Das ist das Paradebeispiel einer Garagenanbindung an eine Hauptverkehrsstraße. Warum sollte das dann nicht auch an der Breitenleerstraße (L2) möglich sein?

210 neue ampel bei village im dritten

Bildquelle: https://www.are.at/village-im-dritten, mit eigenen Ergänzungen; 03/2025

2.) Den Abbiegestreifen zur Garage von der S2 kommend könnte man leicht ohne Querschnittserweiterung auf der derzeitigen Sperrfläche zwischen Ziegelhofstraße und Verkehrsinsel unterbringen. Statt der jetzigen Verkehrsinsel kommt eine Ampelanlage mit Fußgängerquerung. Diese würde noch zusätzlich zur sicheren Garagenein- und Ausfahrt eine wesentliche Verbesserung der Fussgängersicherheit für den direkten Weg aus dem Quartier Am Rain zum Nahversorger Penny bringen.

200 zufahrt mit ampel

Bildquelle: GoogleMaps mit eigenen Ergänzungen; 03/2025

Auszug aus einem Kurzgutachten vom Institut für Verkehrsplanung der TU-Wien:

Fußverkehr:
Die fußläufige Erschließung der Anlage erfolgt in Nord-Süd-Richtung zwischen Rautenweg und Breitenleer Straße. Eine Querungsmöglichkeit im Breitenleer Straße zur gegenüberliegenden Nahversorgung fehlt. In diesem Bereich befindet sich lediglich ein Fahrbahnteiler. Die nächste (durch eine Verkehrslichtsignalanlage VLSA) gesicherte Querung befindet sich an der rund 100m entfernten Kreuzung Breitenleer Straße/Ziegelhofstraße. Es kann erwartet werden, dass der Fußverkehr, der aufgrund des eingesetzten Körperenergieaufwandes hohe Umwegempfindlichkeiten aufweist, den Umweg zur Ziegelhofstraße und zurück nicht in Kauf nehmen wird, sondern die Breitenleer Straße auf dem direkten Weg Richtung Nahversorgung quert. Dies bedeutet, dass ohnedies der Straßenquerschnitt in diesem Bereich an die zukünftige Wohnbebauung angepasst werden sollte. Die fußläufige, sicherer Erreichbarkeit der Haltestelle „Am Rain“ der Buslinie 85A wurde im Verkehrskonzept nur unzureichend behandelt. Derzeit existiert keine Querungshilfe oder ein Schutzweg im Kreuzungsbereich Ziegelhofstraße/Am Rain. Für eine verbesserte Zugänglichkeit der Haltestelle ist eine Aufpflasterung im Kreuzungsbereich und die Errichtung eines Schutzwegs sinnvoll.
Auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit für FußgängerInnen stellt sich eine Zufahrt zur Tiefgarage von der Breitenleerstraße als sinnvollere Alternative dar.
Quelle: Kurzgutachten Dr. Harald Frey, TU-Wien, vom 07.03.2025

Diese zusätzliche Ampel wäre gemeinsam mit der Ampel an der Ziegelhofstraße geschalten, dadurch kommt es zu keiner zusätzlichen Behinderung des fließenden Verkehrs. Zu diesem Vorschlag meinten die Vertreter des Bauträgers bei einer gemeinsamen Besprechung mit dem Verkehrsplaner Rosinak & Partner, da müssten Sie ja für die Kosten der Ampelanlage aufkommen.

Bei so einem Großprojekt kann und darf nicht für die Kosten einer Ampelanlage an der Verkehrssicherheit gespart werden!